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Salvatorkirche – Der Wallfahrtsort

St. Salvator – Die älteste Kirche Hollfelds

Die Ursprünge unserer Salvatorkirche reichen bis in das frühe Mittelalter zurück. Die älteste Kirche von Hollfeld lag früher außerhalb der Stadtmauern. Sie gehörte damals zur Urpfarrei Königsfeld und somit zum Bistum Würzburg. Im Jahr 1017 wurde erstmals eine Pfarrei „Holevelt“ genannt.

Die Ausstattung der Kirche stammt hauptsächlich aus der Werkstatt der Hollfelder Schreiner- und Bildschnitzerfamilie Lauter. Zwischen 1670 und 1780 arbeiteten drei Generationen am dem qualitativ hochstehenden Werken. Weitere Werke sind in Vierzehnheiligen, Nankendorf und Weismain zu sehen. Der Hochaltar wurde 1705 von Johann Lauter geschaffen. Die Sebastiansstatue wurde um 1520 von einem unbekannten Künstler geschnitzt. Reichhaltige Deckenbemalungen schmücken den Chorraum.

Geöffnet ist die Salvatorkirche von 8.00 bis ca. 19.00 Uhr.
Auch heute werden noch im Mai und Juni Salvator-Wallfahrten, die einzigen im Erzbistum Bamberg, nach Hollfeld in die Salvatorkirche unternommen.

Die Geschichte der Salvatorkirche

Die Salvatorkirche in Hollfeld, die im Jahr 2004 das 300-jährige Fest der Grundsteinlegung feiern konnte, ist die einzige Kirche im Erzbistum Bamberg mit dem Salvatorpatrozinium. Sie trägt somit eines der ältesten Patrozinien des christlichen Abendlandes überhaupt. Kaiser Konstantin der Große hatte in Rom im 4. Jahrhundert, neben dem Lateranpalast, die große Basilika als Mutter- und Hauptkirche der Stadt und des Erdkreises errichten lassen. Sie war Christus, dem Salvator, geweiht und ist im Jahr 324 konsekriert worden.
Dieses Patrozinium Christi des Salvators ist vermutlich über den ersten Würzburger Dom, den der heilige Burkard errichtet hatte, auf die damalige Feldpfarrkirche vor den Toren der Stadt gekommen, da Hollfeld damals zur Diözese Würzburg gehörte.
Mit der Gründung des Bistums Bamberg im Jahr 1007 erfolgte allmählich auch ein Kirchenbau innerhalb der Mauern Hollfelds, an den dann die Feldpfarrkirche wohl ihre pfarrlichen Rechte abtreten musste. Dadurch verlor sie aber nichts von ihrer seelsorglichen Bedeutung, sondern blieb Zufluchtsstätte des Volkes und entwickelte sich zu einem Wallfahrtsort.
Die Legende verlegt den Beginn der Wallfahrt in das Jahr 1300, also unmittelbar nach der wunderbaren Erscheinung des kreuztragenden Heilands. 1430 gibt es jedenfalls bereits ein Salvator-Benefizium. Danach lassen sich Stiftungen urkundlich belegen. Sicher ging damit auch die Vergrößerung der bisherigen Kapelle und ein Anwachsen der Wallfahrt einher.
In der Zeit der Reformation kam die Wallfahrt zum Erliegen. Danach hatte das fürstbischöfliche Vikariat in Bamberg ein lebhaftes Interesse am Wiedererstarken der Wallfahrt und griff deswegen zu geeigneten Maßnahmen.
Selbst der Schwedenkrieg mit seinen auch für Hollfeld und Umgebung verheerenden Folgen, verhalf der Wallfahrt zu neuem Ruhm, gab es doch seit dieser Zeit zwei Gnadenbilder, das eine, das bereits vorhanden war und ein angeblich von den Schweden mitgebrachtes Bild des kreuztragenden Herrn.
Der Bau der heutigen Wallfahrtskirche erfolgte 1704 durch Johann Leonhard Dientzenhofer. Es ist ein schlichter Bau mit eingezogenem dreiseitigem, geschlossenem Chor und einem kleinen Dachreiter.
Die Innenausstattung stammt von der Hollfelder Schreinerfamilie Lauter. Johann Lauter, der Begründer der Werkstatt, hat 1705 den Hochaltar geschaffen, Johann Nikolaus Lauter, sein Sohn, 1720 die Seitenaltäre. Diese werden von Fachleuten als gelungen und kostbar bewertet. Der Hochaltar zeigt die fünfte Station des Kreuzweges "Simon von Cyrene hilft Jesus das Kreuz tragen". Der linke Seitenaltar ist der Gottesmutter gewidmet, der rechte dem Heiligen Sebastian.
Das Gnadenbild, Ziel der Wallfahrer, zeigt Christus, den Salvator, mit dem gestutzten Kreuz. Es stammt aus der Zeit um 1480. Der Künstler ist unbekannt. Brandspuren an seiner rechten Seite weisen auf den möglichen Versuch der Schweden hin, diese Figur 1632 zu verbrennen.
Bis heute kommen Wallfahrten und Einzelpilger, um vor dem Bild des kreuztragenden Herrn Zuflucht zu suchen in der Not des Lebens. Auch zeigen sie Christus, dem Salvator, dem Heiland, Retter und Erlöser ihre gläubige Zuneigung.

Die Salvatorlegende

Auf dem Platz, auf dem heute die Wallfahrtskirche steht, stand einst eine mächtige Eiche. Im Jahr 1300 ruhte ein wandernder Slawe unter ihr aus, von Hunger und Durst gequält. Vom Turm der Pfarrkirche wehte die weiße Fahne, Musik war zu vernehmen, so dass er annahm, dass ein Fest gefeiert würde. Es war Kirchweihfest in Hollfeld, und die Fröhlichkeit der Stadt und seine eigene Armut gingen dem Mann so zu Herzen, dass er weinte. Da erschien ihm eine Gestalt von mittlerer Größe und schöner Statur mit einem gestutzten Kreuz auf der Schulter und mit einer Dornenkrone auf dem Haupt. Dieser redete den Mann an und sprach: "Du beklagst dich über dein Kreuz und glaubst, es sei zu schwer. Sieh! Ich trage deinetwegen nun schon lange mein Kreuz. Ich sage dir: Trage das Deinige mit Geduld, denn ich nehme dich bald zu mir." Mit diesen Worten verschwand die Erscheinung, die Christus selbst gewesen ist, vor seinen Augen. Der Mann erschrak darüber sehr, eilte in die nahe Stadt Hollfeld und erzählte der der Bürgerschaft, was er gesehen und gehört hatte, und er wurde reichlich beschenkt.
Gottesfürchtige Bürger bauten auf dem Platz, wo Christus dem Mann erschienen war, eine Kapelle. Auch wurde zugleich von einem Bildhauer ein Bild gefertigt, welches die Erscheinung darstellte. Dieses Bild wurde im Schrein des Altars aufgestellt und mit einem Gitter versehen, damit es vor Verunehrung geschützt ist. Die Kunde von dieser Erscheinung, von der Erbarmung der Kapelle und von vielen Gebetserhörungen verbreitete sich im weiten Land und zog bald viele Wallfahrer an.

aus: Hollfelder Blätter, Arbeitskreis für Heimatforschung

Die Salvatorkirche heute

Die Zahl der Wallfahrer ist im Laufe der Zeit zurückgegangen. Dazu hat sicher auch das Verbot von Wallfahrten im 19. Jahrhundert beigetragen. Einige Wallfahrten sind im Laufe der Zeit verebbt, einige aber sind der Salvatorkirche treu geblieben. So gibt es neben den sporadischen Buswallfahrten während des Jahres einige Wallfahrten, die regelmäßig und zu einem feststehenden Zeitpunkt kommen. Diese sind:

Kolpingfamilie Bayreuth - letzter Samstag im April
Der Beginn der Wallfahrt von Bayreuther Katholiken zur Salvatorkirche in Hollfeld liegt vermutlich in der Zeit von Pfarrer Georg Paul Finck, der im 18. Jahrhundert in Bayreuth gewirkt hat. Pfarrer Finck war der erst katholische Geistliche, der nach der Einführung der Reformation in Bayreuth eine katholische Gemeinde begründete und führen durfte und der es durch großes diplomatisches Geschick und durch den Gebrauch von Beziehungen verstand, sich die Erlaubnis zur Feier des katholischen Gottesdienstes in den Mauern von Bayreuth vom Markgrafen zu erwirken.
Die Wallfahrt ruhte dann aber eine gewisse Zeit, bis sie 1948 durch Philipp Schaduz wieder belebt wurde. Man fuhr damals mit dem Zug bis Stechendorf und lief dann die letzten drei Kilometer zur Salvatorkirche.
In den 60iger Jahren übernahm die Kolpingfamilie Bayreuth die Ausführung dieser Wallfahrt. Sie erfüllte damit einerseits eine alte Tradition und ehrt aber andererseits so das Andenken von Pfarrer Georg Paul Finck, der im Boden des Altarraumes der Salvatorkirche seine letzte Ruhestätte fand.

Pfarrei Litzendorf - Donnerstag vor Pfingsten
Seit 1748 kommen die Wallfahrer aus der Pfarrei Litzendorf zur Salvatorkirche nach Hollfeld. Immer am Donnerstag vor Pfingsten wird diese Wallfahrt durchgeführt. Sie beginnt um 2.00 Uhr an der Pfarrkirche Litzendorf. Um ca. 7.15 Uhr kommen die Wallfahrer in Hollfeld an und werden vom Ortspfarrer und den Ministranten am Ortseingang empfangen und zur Salvatorkirche geleitet. Es sind in der Regel zwischen 150 und 170 Pilger, die jedes Jahr die Mühe dieser Wallfahrt auf sich nehmen und zu Fuß kommen. Daneben sind noch Pfarrangehörige mit dem Auto nach Hollfeld unterwegs. Um 7.30 Uhr wird dann das Wallfahrtsamt gefeiert. Anschließend beginnt für die meisten Wallfahrer eine Phase der Erholung, während die "Autofahrer" um 10.00 Uhr eine Betstunde in der Salvatorkirche halten. Um 12.30 Uhr werden vor der Schlussandacht die "Wallfahrtsjubiliare" geehrt. Dann werden alle Wallfahrer mit dem sakramentalen Segen versehen und vom Ortspfarrer und den Ministranten wieder bis zum Ortsrand geleitet.

Roßdorf am Forst - letzter Samstag/Sonntag im September
Jedes Jahr am letzten Samstag im September kommt die Wallfahrt aus Roßdorf a.F., Pfarrei Amlingstadt, zur Salvatorkirche in Hollfeld, Der vermutete Anfang ist im Jahr 1707, eingemeißelt in die Stirnseite einer kleinen Wegkapelle, an der die Wallfahrt ihren Anfang nimmt. Schriftliche Belege sind leider nicht vorhanden. Ursache für diese Wallfahrt ist ein Gelübde anlässlich einer Viehpest. 80 Männer und Frauen machten sich am Morgen um 7.30 Uhr auf den Weg, um zur Gnadenstätte des heiligsten Salvator zu pilgern. Um 15.00 Uhr werden sie vom Ortsgeistlichen am Ortsrand empfangen, in die Salvatorkirche geleitet und mit dem sakramentalen Segen begrüßt. In Verbindung mit dieser Wallfahrt feiert die Pfarrei Hollfeld an diesem Sonntag ihr "Salvatorfest". Es beginnt am Samstagabend mit einer Lichterprozession von der Pfarrkirche zur Salvatorkirche. Am Sonntagmorgen um 7.30 Uhr wird das Roßdorfer Wallfahrtsamt gefeiert. Um 10.00 Uhr nehmen die Roßdorfer Wallfahrer feierlich Abschied und werden vom Hollfelder Pfarrer zum Ortsausgang geleitet. Um 17.30 Uhr ziehen sie wieder in ihren Heimatort ein und haben dann eine Wegzeit von 6 1/2 Stunden hinter sich, die Pausen nicht mitgerechnet.